Erkrankungen der Netzhaut (Retina)
Ursache: Ein hoher Blutdruck (arterielle Hypertonie) führt auf Dauer
zu Gefäßwandschäden im ganzen Körper, die aber am Augenhintergrund
sichtbar werden. Von dem Internisten Volhardt stammt der Satz, dass
die Netzhaut "ein Spiegel der Niere sei". Er wollte damit ausdrücken,
dass der Zustand der Netzhautgefäße Rückschlüsse auf
den Gefäßzustand
der Blutgefäße in anderen Körperorganen, z. B. der Niere oder
dem Gehirn, zulasse.
Therapie: Im Vordergrund steht die Behandlung der Grunderkrankung. Der Hausarzt oder Internist sollte in Zusammenarbeit mit dem Augenarzt den Blutdruck regulieren und nach weiteren Organveränderungen suchen. Bei akuten arteriellen oder venösen Netzhautgefäßverschlüssen wird je nach Befund zusätzlich eine Blutverdünnung durchgeführt (ambulant oder stationär). Leider lässt sich nur recht selten dadurch eine Beseitigung der Augenschäden erreichen. Da bei Durchblutungsstörungen des Auges auch noch nach längerer Zeit Spätschäden (u. a. Gefäßneubildungen, Blutungen oder sekundärer grüner Star) auftreten können, sollte regelmäßige Augenarztkontrolle inkl. Augendruckmessung erfolgen. Je nach Befund wird eine Gefäßdarstellung (Fluoreszenzangiographie) erfolgen. Sind fehldurchblutete Netzhautareale zu erkennen, dann kann eine Laserkoagulation zur Zerstörung des erkrankten Netzhautgewebes nötig werden (siehe auch unter diabetische Retinopathie). |
Augenhintergrund bei hohem Blutdruck (Fundus hypertonicus II) |

