Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

Primary Segmentation
Primary Corporate
Sie sind hier: Startseite Informationen über Erkrankungen Erkrankungen der Netzhaut Altersbezogene Veränderungen der Netzhautmitte (senile Makuladegeneration)

Altersbezogene Veränderungen der Netzhautmitte (senile Makuladegeneration)

Ursache: Es gibt eine Vielzahl von erblichen und nicht erblichen Erkrankungen der Netzhaut, die vorwiegend die Stelle des schärfsten Sehens, die Netzhautmitte oder Makula, schädigen. Die jugendlichen oder juvenilen Makuladegenerationen führen bereits in jungen Jahren zu einer raschen Verschlechterung der Sehschärfe und der Farbwahrnehmung. Hier sind vorwiegend erbliche Faktoren ursächlich. Bei der größeren Gruppe der altersbezogenen oder senilen Makuladegeneration werden neben erblichen Faktoren auch Ernährungsstörungen und UV-Strahlen für die Entwicklung verantwortlich gemacht. Die Forschung auf diesem Gebiete ist noch im Fluß. Man schätzt, dass ca. 1 - 2 Millionen Menschen in Deutschland an einer Makuladegeneration leiden, wegen der Alterung der Bevölkerung mit zunehmender Tendenz. Man unterscheidet derzeit zwei Formen der altersbezogenen Makuladegeneration:

- Eine "trockene" Verlaufsform, bei der zentrale Netzhautzellen langsam absterben.

- Eine "feuchte" Verlaufsform, bei der es zu Flüssigkeitsansammlung unter der Netzhautmitte (Makulaödem) - in der Regel aus neu gewachsenen Aderhautgefäßen - kommt .

Symptome: Bei der "trockenen" Makuladegeneration wird langsam die Lesefähigkeit und die Farberkennung nachlassen. Auch das Kontrastsehen kann eingeschränkt sein. Man kann nicht mehr fixieren, Gesichter erkennen oder Geld abzählen. Die Ausprägung der Störung hängt von der Ausdehnung der Erkrankung ab. Bei der "feuchten" Makuladegeneration sind vergleichbare Störungen vorhanden, allerdings führt eine Flüssigkeitsansammlung unter der Makula (Makulaödem) zu Bildverzerrung, gerade Linien haben Knicke oder Wellenform. Je nach Ausdehnung der Veränderung sind große zentrale Gesichtsfelddefekte vorhanden.

Diagnostik: Der Augenarzt wird Sehschärfe, den Augeninnendruck und die vorderen Augenstrukturen mit der Spaltlampe untersuchen. Mit Hilfe eines Gitternetzes (Amsler-Netz) werden Wellen- oder Unscharfsehen erfasst und dokumentiert. Danach wird mit Augentropfen die Pupille erweitert und die Netzhautmitte mit Hilfe einer Lupe untersucht. Hier kann der Augenarzt bereits klinisch seinen Befund zu einer der zwei Formen der Makuladegeneration zuordnen. Bei Verdacht auf "feuchte" Form wird in der Regel eine Farbstoffdarstellung der Netzhaut-Aderhautgefäße (Fluoreszenzangiographie) durchgeführt. Dazu wird über die Armvene der gelbliche Farbstoff (Fluoreszein) in das Blutgefäßsystem gespritzt, und dann mit Hilfe einer Spezialkamera die Durchblutung der Gefäße der Aderhaut und Netzhaut dargestellt. Neue Gefäßbildungen mit einer undichten Gefäßwand können hiermit erkannt werden. In der Regel ist diese Untersuchung ungefährlich, allerdings kann es bei jeder Farbstoffuntersuchung zu Unverträglichkeiten kommen. Harmlos ist die anschließende Gelbfärbung der Haut und des Urins. Unangenehmer sind z. B. lokale Reaktionen an der Einstichstelle der spritze, Allergien oder Kreislaufprobleme. Deswegen wird während der Farbstoffuntersuchung ein Kanülensystem in der Armvene verbleiben, um im Notfalle reagieren zu können.

Therapie: Die Behandlung der Makuladegeneration ist derzeit unbefriedigend. Bei der "trockenen" Form fehlen bisher wirksame Medikamente oder andere Behandlungsmethoden. Bei der selteneren "feuchten" Form wird heute in einigen speziellen Fällen - je nach Angiographiebefund - eine sog. photodynamische Therapie (PDT) eingesetzt. Durch eine in die Armvene verabreichte Spezialsubstanz, die durch Laserlicht aktiviert werden kann, werden gezielt neugebildete Gefäße zerstört. Die ungiftige chemische Substanz macht die Gefäße für energiearmes Laserlicht empfindlich, und die Gefäße sterben ab. Leider ist diese Therapieform nur bei wenigen Formen der "feuchten" Makuladegeneration anwendbar. Auch kann die Sehschärfe selbst nur selten verbessert werden. Ziel der Behandlung ist ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern, aber trotzdem können sich immer wieder neue Gefäße bilden. Evtl. muss dann nach erneuter Fluoreszenzangiographie die PDT wiederholt werden.
Auch operative Therapieformen wurden und werden in Einzellfällen versucht, u. a. operative Entfernung einer großen Aderhautgefäßneubildung mit oder ohne Blutung, eine Netzhautrotation (hochkomplizierte Operation in Spezialzentren, bei der besser funktionierendes Netzhautgewebe auf die Netzhautmitte hin rotiert wird) oder Transplantation von Pigmentepithelzellen.
Erst langfristig wird sich zeigen, welche Therapieform zur Sehverbesserung geeignet ist. Derzeit sind "große" Therapieerfolge, die vor allem betroffenen Menschen in breiter Front Lesefähigkeit bringen, selten.
In der Regel wird man auf Hilfsmittel zur Vergrößerung von Druck- und Schreibschrift zurückgreifen müssen. Leider sind auch hier viele ältere Menschen nicht mehr in der Lage, diese Hilfsmittel zu bedienen.
Zur Verfügung stehen Hand-, Tisch- oder Brillenlupen. Wichtig sind immer zusätzlich eine gute Beleuchtung, die nicht blendet, und ein fixer Leseabstand, z. B. durch ein Lesepult. Bildschirmlesegeräte nutzen Kameras, die bei unterschiedlichem weiß-schwarz oder schwarz-weiß Kontrast Schrift bis zu 30-fach auf einem Bildschirm vergrößern können. Der Augenarzt muß sich im Einzelfalle von dem Nutzen des Gerätes überzeugen.
Im Alltag wird der Verlust der zentralen Sehschärfe viele Probleme aufwerfen, u. a. Lesen, Schreiben, Unterschriften leisten, Einfädeln einer Nadel, Ein- und Ausschalten von Haushaltsgeräten (Verbrennungsgefahr!), Uhrzeit ablesen usw. Auch hier gibt es Hilfsmittel wie "sprechende" Uhren oder Waagen oder Blutdruckgeräte.
Wenn das Lesen mit Lupenbrillen oder Bildschirmlesegerät zu schwerfällt, dann müssen die Angebote von Hörbibliotheken (Tonkassetten) genutzt werden. Recht neu und kostenintensiv sind elektronische Textlesesysteme.
Bei stark fortgeschrittener Sehbehinderung sollte ein weißer Stock das Umfeld wissen lassen, dass hier ein sehbehinderter Mensch am Verkehr teilnimmt.

Ihr Augenarzt wird Sie informieren!

Produktabbildung

Oben: "trockene" Makuladegeneration - klinisches Bild

Mitte: feuchte Makuladegeneration - klinisches Bild

Unten: Fluoreszenzangiogramm mit neovaskulärer Membran