Das Trachom (ägyptische Körnerkrankheit,
Chlamydienkonjunktivitis) ist die häufigste Bindehautentzündung in
Entwicklungsländern aufgrund mangelnder hygienischer Verhältnisse. Das
Trachom stellt eine der Haupterblindungsursachen in diesen Regionen
dar. Aber auch in Deutschland gibt es diese Form der
Bindehautentzündung.
Ursache: Der Erreger ist Chlamydium trachomatis. Die Übertragung erfolgt durch Körperkontakt, auch sexuell übertragbar.
Symptome:
Chronische Rötung und Schwellung der Bindehaut, insbesondere der
Lidbindehaut. Schleimbildung, Fremdkörpergefühl oder herabhängende
Oberlider können hinweisend auf diese Infektion sein. Als Komplikation
können Narbenstränge und Hornhautgeschwüre auftreten.
Diagnostik: Der Augenarzt wird mit Hilfe der Spaltlampe
die Lider, Bindehaut und Hornhaut untersuchen und bei
Chlamydienverdacht einen entsprechenden Keimnachweis führen. Bestätigt
sich der klinische Verdacht, sollten auch die Schleimhäute des
Genitaltraktes durch den Frauenarzt oder Urologen untersucht werden.
Die Erkrankung ist in Deutschland meldepflichtig.
Therapie: Sowohl antibiotische Augentropfen als auch
Antibiotika in Tablettenform (Tetracyclin, Doxycyclin) sind notwendig.
Nach Beendigung der Therapie sollte sicherheitshalber eine
Keimkontrolle erfolgen. Gegen das sekundär Trockene Auge helfen
"künstliche Tränen". Bei schweren Sekundärveränderungen - wie z. B.
Narben - können operative Maßnahmen notwendig werden.