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Unvollständiger Lidschluss (Lagophthalmus)

Ursache: Ein unvollständiger Lidschluss tritt bei Lähmung des 7. Hirnnerven (Nervus facialis) nach Schlaganfall, Verletzung oder Tumoren auf.
Symptome: Der Augenschließmuskel versagt, das betroffene Auge kann nicht oder nur unvollständig geschlossen werden. Bei längerem Bestehen kann zusätzlich auch das Unterlid herabhängen (siehe Ektropium). Die Folge sind Austrocknung der Augenoberfläche (siehe auch Trockenes Auge), Hornhautgeschwüre bis hin zur Eröffnung des Augapfels und/oder Infektion.
Diagnostik: Wichtig ist immer die Klärung der Ursache der Lähmung des 7. Hirnnerven durch einen Neurologen. Der Augenarzt wird mit Hilfe der Spaltlampe Hornhaut, Bindehaut und das Augeninnere auf eventuelle Schäden hin untersuchen.
Therapie: Die Behandlung ist abhängig von dem Ausmaß der Hornhautschädigung und vom Gesundheitszustand des Betroffenen. Wichtig ist die Befeuchtung der Augenoberfläche mit Augengel oder Augensalbe. Auch kann das Aufkleben eines Uhrglasverbandes - eine feuchte Kammer für den Schutz der Hornhaut - nötig werden. Bildet sich die Lähmung nicht zurück oder sind größere Schäden am Auge eingetreten, dann wird operativ ein teilweiser Verschluss von Ober- und Unterlid notwendig. Die Operation wird in der Regel in örtlicher Betäubung durchgeführt, wobei üblicherweise die Wimpernreihe erhalten bleibt, so dass eine operative Wiedereröffnung möglich ist. Einige Operateure benutzen auch Metallgewichte oder Magneten, die im Oberlid eingepflanzt werden, um den Lidschluss zu ermöglichen. Wichtig ist unabhängig von dem Therapieverfahren eine regelmäßige Befeuchtung der Augenoberfläche mit benetzenden Augentropfen (sog. künstliche Tränen) und Therapiekontrolle durch den Augenarzt.