Ursache: Es gibt verschiedene Ursachen einer Lidrandentzündung. Bei
einigen Menschen, die z. B. auch unter Schuppenbildung auf der Kopfhaut
neigen, können Schuppenbildung und Rötung auch an den Lidrändern
bestehen (Blepharitis squamosa). Hier liegt oftmals eine besondere
Hautkonstitution vor, die angeboren sein kann. Eine bakterielle
Infektion der Lidränder mit den Haarbalgdrüsen führt zu einer
Blepharitis ulcerosa.
Symptome: Bei der Blepharitis squamosa stehen Schuppenbildung
oder leichte Krusten an den Wimpern im Vordergrund. Manchmal ist der
Lidrand gerötet, und es kann begleitend ein Trockenes Auge vorliegen.
Bei einer bakteriellen Infektion (Blepharitis ulcerosa) finden sich
gelbe Krusten und Geschwüre auf der Lidkante und der angrenzenden
Lidhaut. Manchmal fallen auch die Wimpern aus.
Diagnostik: Der Augenarzt wird eine klinische Untersuchung an
der Spaltlampe vornehmen und so im Detail Lidkante, Bindehaut und
Hornhaut untersuchen. Bei Verdacht auf bakterielle Entzündung wird ggf.
ein besonderer Abstrich zur Keimbestimmung vorgenommen. Bei Verdacht
auf generalisierte Hauterkrankung wird evtl. ein Hautarzt hinzugezogen.
Therapie: Im Vordergrund der Therapie einer Schuppenbildung steht
eine konsequente Lidrandreinigung mit Wattepads und warmem Wasser
oder kommerziell erhältlichen Tüchern (Supranettes®). Hilfreich
sind bei gleichzeitig vorhandenem Trockenen Auge eine Benetzungstherapie
mit "künstlichen Tränen".
Für kurze Zeit kann auch eine kortisonhaltige Augensalbe hilfreich sein.
Bei der bakteriell bedingten Lidrandentzündung sind antibiotische Augensalben
nötig. Begleitend ist eine milde Lidrandreinigung sinnvoll. In schweren
Fällen können auch antibiotische Tabletten nötig werden.