Verflüssigung von Meibomsekret
Meibomsekrete, die - aus welchen Gründen auch immer - länger in der Drüsen und den Drüsengängen verbleiben, werden chemisch und enzymatisch verändert (Teiloxidation, Teilhydrolyse). Das führt dazu, dass der Erweichungspunkt ("Schmelzpunkt") des Sekretes sich erhöht. Der Sinn der Temperaturerhöhung am Augenlid ist daher, das Sekret wieder zu verflüssigen und damit einen freien Abfluß aus der Drüse zu ermöglichen.
Sinnvollerweise wird das Abfliessen des Sekrets durch wiederholtes Zusammendrücken der Lider und "Betätigung" des M. Riolan während der gesamten Dauer der Wärmeeinwirkung unterstützt.
Logischerweise stossen diese physikalischen Maßnahmem an physiologische Grenzen, z.B. wenn das Lumen der Meibomdrüse schon weitgehend geschlossen ist oder wenn die "Verseifung" der Drüsenfette schon so weit fortgeschritten ist, dass der Schmelz/Erweichungspuntk oberhalb der am Auge akzeptablen Temperaturen ist. Dann kann die gewebeaufweichende Wirkung von Wasser/Wasserdampf gefragt sein. Daher wird auch generell feuchte Wärme statt trockener Wärme (z.B. aus Rotlichtlampen) empfohlen.

