Keratokonjunktivitis vernalis oder atopica?
Sehr geehrte Frau Umbach,
ich kann Ihre Sorgen gut nachvollziehen. Kinder und Eltern dieser Betroffenen leiden verständlicherweise sehr.
Klinisch sind die beiden Formen der allergischen Bindehautentzündung ähnlich.
Bei der Keratokonjunktivitis vernalis haben nur etwa 1/4 der Patienten eine assoziierte Atopie (Asthma, Ekzeme in früher Kindheit), im Blut findet man eine sog. Eosinophilie und erhöhte Serum IgE-Spiegel.
Außerdem laufen die Beschwerden vorwiegend im Frühjahr (daher der Name) und Frühsommer ab. Diese Veränderungen sind sehr selten länger als bis zum 25. Lebensjahr vorhanden.
Bei der atopischen Keratokonjunktivitis liegt eigentlich immer eine atopische Dermatitis (Neurodermitis) vor mit klassischen Hautveränderungen Lidern, Nackenfalten, Ellenbeugen und Kniekehlen.
Die Therapieschritte sollten sich nach der Klinik richten. Sie unterscheiden sich aber bei beiden Formen praktisch nicht. Nun bin ich immunologisch nicht so versiert wie einige meiner Kollegen (siehe unten).
Ehe ich hier ohne wirkliche Befundkenntnis spekuliere, rate ich Ihnen, daß Sie sich an entsprechende Fachleute wenden, die wesentlich mehr mit derartigen Problemen befaßt sind als ich. Hier sollten Sie konkrete Antworten auf Ihre Fragen bekommen können.
Sehr qualifizierte und international renommierte Fachleute für derartige Erkrankungen der Augenoberfläche sind:
1. Herr Prof. Dr. Manfred Zierhut, Universitäts-Augenklinik Tübingen,
Tel. 07071/29-8 40 08
2. Herr Prof. Dr. Heiligenhaus, Augenklinik des St. Franziskushospitals Münster,
siehe unter: http://www.uveitis-zentrum.de/
3. Herr Prof. Dr. Uwe Pleyer, Augenklinik der Charité, Virchow-Klinikum: siehe: http://augenklinik.charite.de/kliniken/campus_virchow_klinikum/team/
Ich hoffe, daß Sie hier Hilfe für Ihren Sohn erhalten werden.
Alles Gute.

