Glaskörperblutung
Mein Mann ist seit 31 Jahren Diabetiker Typ I. Seit drei Jahren nun hat er immer wieder Glaskörperblutungen. Kaum hatten sich die Flecken aufgelöst - kam eine neue Blutung dazu. Blutdruck und HBA1-Wert sind momentan okay. Er wurde endlos gelastert in den letzten beiden Jahren. Eigentlich sollte es jetzt besser werden, meint sein Augenarzt. Jedoch werden die Abstände der Einblutungen immer kürzer und intensiver. Seit April blutet es permanent ins Auge - an verschiedenen Stellen, bis zu 20 Einblutungen täglich. Seine Sehkraft liegt aufgrund der Flecken in diesem Auge noch bei 10 %. Was bringt ihm eine Vitrektomie? Sie beseitigt doch nur das Blut - aber behebt nicht die Ursache. Die Blutungen können doch nach der OP wieder eintreten??? Was passiert, wenn er mit den Einblutungen ohne OP weiterlebt. Macht eine Vitrektomie überhaupt Sinn?? Wie lange sollen wir noch abwarten???
Wir sind einfach nur ratlos.
Viele Grüße aus Regensburg
1.Antwort:
Glaskörperblutung
Sehr geehrte Frau pingi007,
es ist verständlich, daß Sie sich Sorgen um die Augenerkrankung Ihres Mannes machen.
Die Ursache der wiederholten Blutungen in den Glaskörper liegt in der Grunderkrankung, nämlich dem Diabetes mellitus. Im Rahmen der Zuckerkrankheit kommt es langfristig zu Gefäßwandveränderungen, die leider gerade im Netzhautbereich zu Blutungen führen.
Daß die Netzhaut ausgiebig gelasert worden ist, ist ganz wichtig, kann aber Blutungsneigung nicht absolut verhindern (das Lasern dient letztlich der besseren Sauerstoffversorgung der zentralen Netzhaut, die für das Lesen verantwortlich ist).
Wenn Blutungen häufig und auch noch sehr ausgedehnt sind, dann ist eine Vitrektomie durchaus zu überlegen. Man kann dann ggf. während dieses Eingriffes veränderte Gefäßbezirke ergänzend lasern. Auch nach einem solchen Eingriff gibt es keine Garantie, daß keine erneuten Blutungen auftreten.
Wenn ausgedehnte Blutungen in den Glaskörperraum sich nicht von alleine auflösen, dann können sich diese Strukturen narbig verändern. Dadurch kann es auch zu Zug an der Netzhaut kommen. Deshalb kann eine Vitrektomie durchaus sinnvoll oder nötig sein.
Ich kenne natürlich den Befund bei Ihrem Mann nicht und kann also letztlich die konkrete Situation nicht beurteilen. Deshalb ist es zu überlegen, ob sich Ihr Mann einmal in der Universitäts-Augenklinik in Regensburg vorstellt. Dort gibt es Netzhaut-Glaskörper-Spezialisten, die sich mit diabetischen Veränderungen des Auges auskennen. Hier sollten Sie einen fachgerechten Rat bekommen können.
Alles Gute.

