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01.02.2012 von S. Jenssen

Episkleritis

Sehr geehrter Prof. Dr. Brewitt,

seit bald 1 1/2 Jahren leide ich an einer rezidivierenden Episkleritis (immer rechtes Auge im Unterlidbereich). Der Augenhintergrund wurde bereits untersucht und es wurden keine Auffälligkeiten festgestellt. Leider kommt die Episkleritis immer sehr schnell wieder, höchstens 2-3 Monate lagen zwischen ihrem Auftreten. Seitdem ich auf Kortisontropfen mit einem erhöhten Augeninnendruck reagiere, hat mein Augenarzt mir jetzt mehrere Packungen Voltaren-Tropfen verschrieben, die ich immer dann, wenn die Entzündung auftritt für 1-2 Monate, 3 x täglich nehmen soll. Jetzt zu meiner Frage: Hat der Diclofenac-Wirkstoff auch irgendwelche unangenehmen Nebenwirkungen oder kann man das problemlos über mehrere Monate benutzen? Und ist es sinnvoll die Episkleritis bei einem akuten Schub mal in einer Uniklinik untersuchen zu lassen oder muss ich damit rechnen, dass dies auch zu keinem Ergebnis im Hinblick auf die Ursache führt? Kann man im akuten Fall einfach zu einer Uniklinik gehen oder brauch man da immer einen Termin? Was ja bei dem akuten Auftreten dann schwierig wäre. Ich bin mir auch nicht sicher, ob ich im Entzündungsfall einfach immer die Voltaren-Tropfen nehmen kann ohne das noch einmal mit meinem Augenarzt zu klären. Ich hatte vor Jahren schon mal eine Iritis und bin natürlich immer wieder in Sorge, dass so eine Episkleritis sich noch ausbreiten könnte. Und gibt es irgendwelche Erfahrungswerte wie lange so eine rezidivierende Episkleritis anhält, ist das eine Sache von ein paar Jahren oder hat man das dann das ganze Leben?

Ich wäre sehr dankbar für Ihren Rat!
Mit freundlichem Gruß,
S. Jenssen

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1.Antwort:

02.02.2012 von Prof. Dr. H. Brewitt

Episkleritis

Sehr geehrte(r) Frau/Herr Jenssen,

eine einfache Episkleritis ist eine häufige, harmlose Erkrankung, die sich in der Regel von allein zurückbildet, allerdings oftmals wieder auftritt. Sie betrifft überwiegend junge Erwachsene und ist sehr selten mit einer systemischen Erkrankung assoziiert. Deshalb erbringt eine Ursachenklärung in der Regel nichts.
Sie geht - wenn die Diagnose stimmt - auch nicht in eine "echte" Skleritis über. Aus meiner Sicht wird die Vorstellung bei einem akuten Schub einer Episkleritis in einer Universitäts-Augenklinik keine neuen Erkenntnisse bringen (aber die Entscheidung liegt bei Ihnen).

Die einfache Episkleritis bildet sich in etwa 1-2 Wochen zurück, gering ausgeprägte Fälle brauchen keine Therapie. Kortison hilft in der Regel rasch. Alternativ können nicht-steroidale antientzündliche Tropfen (z. B. Diclophenac) nützlich sein.
Diclofenac-Tropfen haben kaum Nebenwirkungen, lediglich Bindehaut-Hornhautreizungen können manchmal auftreten. Augendrucksteigerung ist nicht zu erwarten.

Alles Gute.

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Episkleritis - S. Jenssen - 01.02.2012, Kiel
Episkleritis - Prof. Dr. H. Brewitt - 02.02.2012, Hannover

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